Starkes Signal aus Hannover: Beschäftigte des öffentlichen Dienstes machen Druck
Trotz widrigster Wetterbedingungen und gefährlicher Straßenverhältnisse haben mehr als 1.000 Kolleginnen und Kollegen aus ganz Niedersachsen am Demonstrationszug und an der Abschlusskundgebung des dbb Niedersachsen in Hannover teilgenommen. Bei Eiseskälte und Eisregen zogen sie quer durch die Innenstadt bis zum Ernst‑August‑Platz, um ein unübersehbares Zeichen an die Arbeitgeberseite zu senden: Die Beschäftigten erwarten endlich Bewegung in den Tarifverhandlungen des TV‑L.
Auch der BTB Niedersachsen folgte gemeinsam mit vielen weiteren Fachgewerkschaften dem Aufruf des dbb. Die Beteiligung zeigte eindrucksvoll, wie groß die Entschlossenheit der Beschäftigten ist, für faire Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung einzustehen.

Sicherheit hatte dabei oberste Priorität: Aufgrund der extremen Wetterlage mussten zahlreiche Busanreisen kurzfristig abgesagt werden. Dennoch blieb die Solidarität ungebrochen. Kolleginnen und Kollegen, die nicht nach Hannover anreisen konnten, beteiligten sich an Warnstreiks in ihren Heimatregionen und in zahlreichen Ämtern und Behörden in Niedersachsen.
Ein besonderes Zeichen setzte die gemeinsame Beteiligung der Straßenwärterinnen und Straßenwärter. Sie machen tagtäglich deutlich, welche Folgen es hat, wenn am falschen Ende gespart wird – sei es für die Sicherheit auf den Straßen oder für die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Ihre Teilnahme unterstrich eindrucksvoll die zentrale Botschaft des Tages: Gute Arbeit braucht gute Rahmenbedingungen und faire Bezahlung.
In seiner Rede auf der Abschlusskundgebung machte dbb‑Bundesvorsitzender Volker Geyer deutlich, dass die Beschäftigten im öffentlichen Dienst den Staat am Laufen halten – bei jedem Wetter und unter oft schwierigen Bedingungen. Dafür verdienen sie Respekt, Wertschätzung und ein faires Tarifergebnis.
Der Hintergrund der Proteste ist ernst: In der ersten und zweiten Verhandlungsrunde zum TV‑L haben die Arbeitgeber bislang kein Angebot vorgelegt. Stattdessen wird immer wieder auf knappe Kassen verwiesen. Für die Beschäftigten ist das nicht akzeptabel. Gute Arbeit darf nicht kaputtgespart werden. Der öffentliche Dienst funktioniert nur, weil die Kolleginnen und Kollegen täglich Verantwortung übernehmen und sich engagiert für das Gemeinwohl einsetzen.
Die Forderung der Gewerkschaften ist klar und gerecht: 7 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Diese Forderung ist Ausdruck von Anerkennung und notwendig, um den öffentlichen Dienst attraktiv und leistungsfähig zu halten.
Am 11. Februar beginnt die dritte Verhandlungsrunde – und der Druck bleibt hoch. Der Aktionstag in Hannover hat gezeigt: Die Beschäftigten stehen geschlossen hinter ihren Forderungen. Der BTB Niedersachsen wird auch weiterhin gemeinsam mit dem dbb und den anderen Fachgewerkschaften für ein gutes Tarifergebnis, bessere Voraussetzungen in den Dienststellen und einen starken öffentlichen Dienst eintreten.
Denn gute Arbeit ist mehr wert.

